Im Nordwesten der Insel Teneriffa erhebt sich das Teno-Gebirge, das viel Millionen Jahre älter ist, als das Zentralmassiv der Insel mit dem Teide-Vulkan. Hier hat die Natur mit chaotischen Urkräften eine Landschaft geschaffen, die ihresgleichen in der Welt sucht, und höchstens mit dem spektakulären Cañon der Hawaii-Insel Kauwai verglichen werden kann. Doch es dauerte Jahrmillionen, bis sich das Tal von Masca im Herzen des Gebirges zu seiner heutigen atemberaubenden Pracht entwickeln konnte.

Hier, in einem ehemaligen Vulkankrater, dessen Schlot noch heute als kanarischer Machu Picchu (Catán) pittoresk das Tal verziert, ducken sich die einfachen Bauernhäuser Mascas an die steilen Berghänge. Besonders auffallend ist die Bauart der Häuser, die zweistöckig an die Berghänge gebaut worden sind. Befinden sich mehrere Zimmer in einem Haus, so sind diese nicht im Innern miteinander verbunden, sondern verfügen stets über eine separate Eingangstür von außen. Noch in den Sechziger Jahren war dieses Tal nur über Ziegenpfade erreichbar. Mittlerweile verbindet eine kurvige, atemberaubende Bergstraße Masca mit Buenavista im Norden und Santiago del Teide im Osten. Das Dorf besteht aus mehreren Ortsteilen, die sich über verschiedene Berghänge verteilen. Den Mittelpunkt des Ortes bildet die kleine Plaza bei der Kirche.

Überall, wo es möglich ist, wurden terrassierte Felder angelegt. Bis Ende des 20. Jahrhunderts kamen die besten Zwiebeln, Kartoffeln und der beste Knoblauch der Insel Teneriffa aus Masca. Auch die Yame-Frucht, Palmsaft, Zitrusfrüchte und Ziegenkäse waren Spezialitäten. Grund für die ertragreiche Landwirtschaft sind Wasserstollen (Galerias), die über Generationen in den „Monte del Aqua“ (Tarucho) getrieben wurden. Das Dorf verfügt auch heute noch über eine „Comunidad de Aqua“. Jede Finca hat an bestimmten Tagen und Stunden das Recht, direkt und kostenlos aus der vollen Galeria zu bewässern oder eigene Vorratstanks aufzufüllen. Die Landflucht der Jugend führt seit vier Jahrzehnten zum Niedergang der Landwirtschaft und zur Vergreisung der Bevölkerung.

Durch einen Waldbrand am 31. Juli bis 3. August 2007 wurden in Masca vier Häuser zerstört. Darunter auch unser Restaurant „El Guanche“ in der alten Schule Mascas. Inzwischen haben wir gegen den Widerstand der kanarischen Behörden das Wirtschaftsgebäude und den Gästeraum auf eigene Kosten wieder aufgebaut.